Viele Händler gehen davon aus, dass sie PayPal oder Klarna problemlos in ihrem Onlineshop nutzen können. Tatsächlich werden jedoch regelmäßig Shopify- und WooCommerce-Shops abgelehnt oder nachträglich eingeschränkt.
Eine Ablehnung bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Unternehmen unseriös oder nicht regelkonform ist. Häufig basiert die Entscheidung auf internen Risikomodellen, Branchenrichtlinien oder Compliance-Anforderungen des jeweiligen Zahlungsanbieters.
In diesem Artikel erfahren Sie, warum PayPal und Klarna manche Händler ablehnen, welche Branchen häufig als risikoreich gelten und welche Alternativen nach einer Ablehnung zur Verfügung stehen.
PayPal und Klarna lehnen Onlineshops meist aufgrund interner Risikobewertungen ab. Häufige Gründe sind bestimmte Branchen, erhöhte Betrugs- oder Rückbuchungsrisiken, fehlende Nachweise oder Geschäftsmodelle, die nicht zu den Richtlinien des Anbieters passen.
Eine Ablehnung bedeutet nicht zwangsläufig, dass Ihr Unternehmen illegal oder nicht konform ist.
Warum lehnen PayPal und Klarna manche Onlineshops ab?
PayPal und Klarna bewerten Händler anhand eigener Risiko- und Compliance-Modelle. Dabei spielen nicht nur gesetzliche Anforderungen eine Rolle.
Die häufigsten Ablehnungsgründe sind:
Branchenbeschränkungen
Einige Branchen gelten als risikoreicher und werden daher strenger geprüft oder ausgeschlossen.
Typische Beispiele:
- CBD-Produkte
- E-Zigaretten und Vape-Produkte
- Nahrungsergänzungsmittel
- Adult-Produkte
- Glücksspiel
- Krypto-Dienstleistungen
- Ticketverkauf
- Dropshipping
Rückbuchungs- und Betrugsrisiken
Geschäftsmodelle mit vielen Reklamationen, Rückerstattungen oder Betrugsfällen werden häufig kritischer bewertet.
Typische Beispiele sind digitale Produkte, Abonnements, Vorbestellungen, internationaler Versand oder hochpreisige Waren.
Compliance-Anforderungen
Fehlende Unternehmensunterlagen, unklare Eigentümerstrukturen oder unvollständige KYC-Informationen können ebenfalls zu einer Ablehnung führen.
Interne Richtlinien
Jeder Zahlungsanbieter definiert selbst, welche Branchen und Risikoprofile unterstützt werden. Deshalb kann ein Händler von einem Anbieter abgelehnt und von einem anderen akzeptiert werden.
Welche Unternehmen gelten in Deutschland als Hochrisiko-Unternehmen?
Der Begriff „High Risk“ ist nicht gesetzlich definiert. Zahlungsanbieter verwenden eigene Risikokategorien.
Zu den häufig als risikoreich eingestuften Branchen gehören:
Wichtig: Eine Hochrisiko-Einstufung bedeutet nicht, dass ein Unternehmen problematisch oder illegal ist. Sie beschreibt lediglich ein höheres Risiko aus Sicht des Zahlungsanbieters.
Kann man gegen eine Ablehnung vorgehen?
Ja. In vielen Fällen können Händler zusätzliche Informationen einreichen oder eine erneute Prüfung beantragen.
Dies kann sinnvoll sein, wenn:
- Unterlagen fehlten
- Informationen unvollständig waren
- Das Geschäftsmodell falsch eingeordnet wurde
Beruht die Ablehnung jedoch auf einer grundsätzlichen Branchenrichtlinie, sind die Erfolgschancen meist begrenzt.
Ist die Genehmigung bei Shopify schwieriger als bei WooCommerce?
Nicht unbedingt. Die Genehmigung erfolgt normalerweise durch den Zahlungsanbieter und nicht durch die Shop-Plattform.
Der Unterschied liegt vor allem in der Flexibilität:
WooCommerce bietet meist mehr Integrationsmöglichkeiten, während Shopify stärker auf ausgewählte Zahlungsanbieter setzt.
Welche Möglichkeiten haben Händler nach einer Ablehnung?
Eine Ablehnung durch PayPal oder Klarna bedeutet nicht, dass keine Online-Zahlungen möglich sind.
Mögliche Alternativen sind:
- SEPA-Lastschrift
- Kartenzahlungen
- Alternative Zahlungsdienstleister
- Open-Banking-Zahlungen
- Pay-by-Bank-Lösungen
Pay by Bank ermöglicht direkte Konto-zu-Konto-Zahlungen zwischen Kunde und Händler. Da keine Karten oder Wallets erforderlich sind, kann diese Zahlungsart eine sinnvolle Ergänzung für Händler sein, die ihre Zahlungsinfrastruktur breiter aufstellen möchten.
Lösungen wie Wallid unterstützen solche Open-Banking-Zahlungen und bieten eine zusätzliche Option neben klassischen Zahlungsanbietern.
Fazit
Wenn PayPal oder Klarna Ihren Shopify- oder WooCommerce-Shop ablehnen, bedeutet das nicht automatisch, dass Ihr Unternehmen nicht regelkonform ist.
Die meisten Ablehnungen basieren auf internen Risiko- und Compliance-Bewertungen. Da verschiedene Anbieter Risiken unterschiedlich einschätzen, lohnt es sich häufig, alternative Zahlungsoptionen zu prüfen und die eigene Zahlungsstrategie breiter aufzustellen.